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Das Bundesseminar Netzwerk Werken begegnete den aktuellen Herausforderungen nicht nur mit thematisch passenden Inhalten, sondern auch mit der Organisation und Durchführung über Zoom. Am 5. und 6. März 2021 nahmen rund 40 Lehrer/innen aller Schularten an dieser Veranstaltung teil.

Im Zentrum des Bundesseminars standen die Vereinbarkeit von Technischem und textilem Werken mit der voranschreitenden Digitalisierung, Werken auf Distanz und der Technikbegriff im Allgemeinen. Der Technikbegriff umfasst nicht nur den Bereich des ehemaligen „Technischen Werkens“, sondern auch die textilen Techniken wie Nähen, Stricken, Sticken, u.a.

Die Expertinnen und Experten aus der schulischen Praxis, Hochschule und Universität bildeten mit ihren Beiträgen den Grundstock des Seminars. Die Vorträge griffen u.a. die Technikdidaktik, Perspektiven der Technik oder auch Digitalisierungsmöglichkeiten im Werkunterricht auf:

  • Das Thema „Kategorien Technischen Wissens in der Technikdidaktik nutzen“ stellte Tobias Wiemer von der Universität Oldenburg zur Diskussion.
  • Lisbeth Freiß, Mozarteum Salzburg, zeigte die Vielfalt und Vorzüge des „Basteln – Die Reaktivierung des wilden Denkens“ auf und bringt eine Neupositionierung des Begriffs „Basteln“.
  • Das Interesse an Technik und die daraus resultierenden Perspektiven für die Primar- und Sekundarstufe stellte Timo Finkbeiner, KPH Wien-Krems, vor.
  • Sebastian Goreth, PH Tirol, behandelte in seinem Vortrag die Frage „Kompetenzen des 21. Jahrhunderts – Welche informatische Bildung verträgt der Werkunterricht?“. Im Zuge dieses Beitrages wurde auch https://makecode.microbit.org/ genannt. Eine Bezugsmöglichkeit für Microbits gibt es hier: https://www.austro-tec.at/.
  • Peter Hausegger, AHS Tirol, stellte die Frage „CAD, 3D-Drucker, Lasercutter und Vinylschneider im Werkunterricht: Fluch oder Segen?“ und zeigte dabei auch Beispiele von Schülerarbeiten und gab wertvolle Tipps.
    In der Diskussionsrunde wurden Beispiele für digitalisiertes textiles Werken genannt: http://www.stitchcode.com/ bzw. https://www.stitchpad.io/ und https://www.turtlestitch.org/.

Im Anschluss an die Inputs der Referierenden wurden Diskussionen und Erfahrungsberichten viel Zeit und Raum gegeben, sodass auch in diesem Onlineformat ein Austausch möglich war.

Den perfekten Übergang zum Erfahrungsaustausch zum Werkunterricht in Zeiten der Pandemie bot Marion Starzacher, PH Steiermark, mit „Going online oder Werkunterricht unter besonderen Rahmenbedingungen“.

Im 'Erfahrungs-Patchwork' wurden die teilnehmenden Lehrenden in Schulartengruppen zur Diskussion zum Thema „Werken mit Distanz“ gebeten. Spannende und interessante Aufgabenmöglichkeiten für den Werkunterricht über digitale Plattformen wurden zusammengetragen und in der anschließenden Präsentation vorgestellt. Einige davon wurden uns für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Computerunterstützter Werkunterricht bzw. Digitale Bildung im Werkunterricht:
TurtleStitch: Deutsche Anleitung von Dagmar Wieland, BRG Seekirchen. Entwickelt wurde TurtleStitch von Andrea Mayr-Stalder.
Das ideale Klassenzimmer (verwendete freie Software: Sweet Home 3D) von Christoph Puschnik, BG Hollabrunn

Arbeitsaufträge für das Distance Learning:
Lenksysteme von Christoph Puschnik, BG Hollabrunn
Schuhschachtelwuzzler/Schuhschachtellabyrinth von Christoph Puschnik, BG Hollabrunn
Schreibprothesen von Christoph Puschnik, BG Hollabrunn
Kreuzstich-Stickerei von Roberta Erkinger, BG Biondekgasse Baden
Mustersuche von Roberta Erkinger, BG Biondekgasse Baden
Steckverbindungen von Sonja Melchart-Ledl, BRG Oberpullendorf
Hebeltier von Sonja Melchart-Ledl, BRG Oberpullendorf
Verpackungsdesign für ein Osterei von Sonja Melchart-Ledl, BRG Oberpullendorf
Seifen schnitzen
verschiedene Suchaufgaben, z.B. im Bereich Architektur: Suche 5 Brücken mit unterschiedlichen Konstruktionen;
im Bereich Ergonomie: 5 ergonomische Dinge finden, die zu Hause zu finden sind (auch: Welche Dinge sind ergonomisch gut, welche weniger?)

Projekt:
Schule blüht auf von Andrea Reiter, VS Kraig
Müllmonster (Anleitung, Geschichte, Was wird aus unserem Müll?) von Andrea Reiter, VS Kraig

Freies Arbeiten im Werkunterricht
Stoffkiste oder Holzkiste (z.B. Resteboxen) zur Verfügung stellen und somit eigenes, kreatives Schaffen ermöglichen.

Eine Möglichkeit für „Werken mit Distanz vor Ort“ zeigte Matthias Schoiswohl-Szwajor, BG/BRG Schwechat), mit einer innovativen Idee:

Auch im Distance Learning einsetzbar sowie für die Herstellung eigener Tutorials.

Mit einer separaten Kamera auf den Arbeitsplatz kann die Lehrkraft die Handhabung der Werkzeuge erklären und die Schüler*innen können auf Distanz über den Beamer gut folgen.

Eine Ideensammlung (mit dem Whiteboard festgehalten):

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